Herrnhuter Losung

Die Losung wird geladen...

Demnächst

05 Apr 2020;
10:00 - 11:30 Uhr
KEIN Gottesdienst
06 Apr 2020;
14:30 - 16:00 Uhr
Lichtblick
12 Apr 2020;
10:00 - 11:30 Uhr
KEIN Gottesdienst
19 Apr 2020;
10:00 - 11:30 Uhr
KEIN Gottesdienst
20 Apr 2020;
14:30 - 16:00 Uhr
Lichtblick

Aktueller Gemeindebrief

Klicken Sie hier um unseren aktuellen Gemeindebrief als PDF-Datei herunterzuladen.

Predigt anhören

Aktuelle Predigt:
Datum: 11.03.2020
Von: Christopher Rinke
Thema: Gott bin ich schön

Hören Sie doch mal rein!

"In der Welt habt Ihr Angst, aber seid getrost, denn ich habe die Welt überwunden!"
(Johannesevangelium 16,33)

Ostern steht vor der Tür und gemeinsam mit allen Christinnen und Christen feiern wir in wenigen Tagen den Sieg Jesu Christi über den Tod, über die Dunkelheit und die Trennung von Gott. Wir nehmen die wunderbare Hoffnung in den Blick, dass wir im Glauben an Christus schon jetzt Anteil haben an diesem Sieg, den Christus am Kreuz errungen hat.

Gleichzeitig ist vielen Menschen aktuell überhaupt nicht zum Feiern zu Mute. „Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst“ (Psalm 31,10) - diese Aussage beschreibt viel besser die emotionale Verfassung, in der sich ein Großteil der Menschen in diesen Tagen befindet. Das neuartige Coronavirus beeinträchtigt unser Leben in einer Weise, die unser Land seit Jahrzehnten nicht gekannt hat. Schulen, Kindergärten, Unis sind bis zum Ende der Osterferien geschlossen, ebenso Spiel- und Sportplätze. Unser öffentliches, soziales und gemeinschaftliches Leben hat einen massiven Einschnitt erfahren - auch in der Gemeinde.

Angst, zumindest aber Unsicherheit prägt die vergangenen aber ebenso auch die vor uns liegenden Wochen. Da ist sicherlich die Angst vor einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus oder dafür, dass sich ein Familienangehöriger infiziert, die Angst vor einem ernsten und schweren Krankheitsverlauf. Da ist Angst und Unsicherheit, wie man die lange Zeit der gesellschaftlichen Einschränkungen überstehen soll, wie es auch die nächsten Wochen nach gelingen kann, die Kinder und sich selbst bei Laune zu halten. Da ist die große Frage, ob denn ab dem 20.04.2020 wieder alles in den Normalzustand übergeht, oder ob die Maßnahmen und Verordnungen noch deutlich länger aufrecht erhalten werden. Und viele Menschen treibt ganz große Unsicherheit und Angst um im Blick auf die wirtschaftlichen und beruflichen Folgen dieser Krise. Was ist mit meinem Arbeitsplatz, wenn der Arbeitgeber die Krise nicht übersteht und in die Insolvenz geht. Was ist mit meinen Ersparnissen, meiner Rentenvorsorge, die in Aktien und Fonds angelegt waren und seit Beginn der Corona-Pandemie einen starken Wertverlust durchlaufen?

Das Johannesevangelium berichtet ausführlich vom letzten gemeinsamen Mahl Jesu und seiner Jünger. In diesem Gespräch fällt die Aussage Jesu: „In der Welt habt Ihr Angst, aber seid getrost, denn ich habe die Welt überwunden!“ (Joh 16,33). Jesus spricht diesen Satz im Bewusstsein seiner bevorstehenden Hinrichtung. Er spricht diesen Satz in die Angst und Unsicherheit der Jünger hinein, die nicht wissen und verstehen, wie es mit Jesus und mit ihnen weitergehen wird.

Was mich an dieser Aussage Jesu fasziniert ist: Jesus stellt der Angst der Jünger in der Welt nicht die Überwindung der Angst gegenüber. Er sagt nicht: „Ich habe die Angst überwunden“, sondern: „ich habe die Welt überwunden“. Und ja, wer die Osterberichte in den Evangelien liest und konkret Jesu Gebet im Garten Gethsemane, der wird dort lesen, dass Jesus selbst Angst hatte und er sie zugelassen hat (z.B. Mk 14,32-34). Er trägt die Angst vor Gott, so wie es der Beter in Psalm 31 tut. Angst und Unsicherheit darf sein.

Gerade in Gethsemane wird aber auch erkennbar, wie dieser Satz „ich habe die Welt überwunden“ konkret wird. Jesus überwindet die Folgen von Angst und Unsicherheit. Er überwindet das, was Angst in uns Menschen auslöst und wozu Angst uns manchmal überredet. Er überwindet Panik, Mut- und Hoffnungslosigkeit, die sich aus Angst und Unsicherheit entwickeln können. Jesus rennt nicht weg aus Angst vor dem Tod. Er versteckt sich nicht etwa oder hört auf das Anbrechen des neuen Gottesreiches zu predigen. Nein, gestärkt und gefestigt im Vertrauen auf Gott, stellt er sich seiner göttlichen Bestimmung, lässt sich festnehmen und riskiert, ja gibt sein Leben hin, damit Du und ich durch ihn Leben, ewiges Leben gewinnen.

Jesus hat die Welt überwunden und darin dürfen wir als Christinnen und Christen Anteil haben. Was bedeutet „Welt“ in Zeiten der Corona-Pandemie. Ich denke hier an die Einstellung „Ich zuerst!“ in ganz verschiedener Ausprägung. Die Hamsterkäufe aus Angst vor einer Quarantäne waren und sind ein Beispiel für die „Ich zuerst!“-Mentalität. Wir haben erlebt und erleben immer wieder, dass Menschen aus Angst vor Versorgungsengpässen in Panik geraten und die Regale leerkaufen. Letztlich führen Hamsterkäufe genau die Situation herbei, vor die Hamsterkäuferinnen und -käufer Angst haben - mit der Ausnahme, dass sie für sich ja genug Dinge eingekauft haben und für andere nichts mehr überbleibt. „Welt überwinden“ bedeutet, sich hier nicht mitreißen zu lassen, darauf zu vertrauen, dass es auch in drei Tagen und zwei Wochen noch genug Lebensmittel und Klopapier für den eigenen Bedarf geben wird. Gerade in diesen Tagen ergibt sich eine ganz neue Möglichkeit darauf zu vertrauen, dass Gott uns mit dem versorgt, was wir zum Leben brauchen.

Wenn wir in den kommenden Tagen und Wochen mehr einkaufen als sonst, dann um andere mitzuversorgen, die zum Schutz der eigenen Gesundheit oder von Angehörigen so wenig wie möglich in die Öffentlichkeit gehen sollten. Gerade die kommenden Wochen sind eine besondere Zeit, in der wir Nächstenliebe ganz konkret werden lassen können in Form gegenseitiger Unterstützung.

Ich denke an Hoffnung, statt Pessimismus. Der Einbruch der Aktienmärkte, die Wertverluste von Aktien, Fonds usw. rühren daher, weil Anleger angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie massenhaft Beteiligungen abstoßen, weil die erwarteten Umsätze und Umsatzsteigerungen in Gefahr sind. Dabei gilt es gerade in dieser Zeit Unternehmen Mut zu machen und ihnen Vertrauen entgegenzubringen, dass sie die Krise durchstehen - im Großen aber noch viel mehr im Kleinen. Gerade jetzt kann es helfen Restaurantgutscheine zu erwerben, und dadurch die massiven Umsatzeinbrüche etwas zu kompensieren. Oder man verzichtet darauf, dem Kindergarten oder der Krippe die Zahlungen zu kürzen, weil das eigene Kind derzeit nicht betreut werden darf.

Ich wünsche Ihnen und Euch und mir selbst für die vor uns liegenden Wochen, dass wir uns nicht von der Angst und ihren Folgen bestimmen lassen. Gott ist ein guter Adressat und Zuhörer, gerade auch, was unsere Ängste betrifft. Ich wünsche uns allen, dass es mit ihm an unserer Seite immer wieder gelingt, weltliche Denk- und Handlungsmuster hinter uns zu lassen. Im Blick auf das baldige Osterfest wünsche ich uns allen, dass nicht der Geist der Furcht Oberhand gewinnt, sondern Gottes guter Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7) uns führt und leitet.

Herzlich,

Ihr Pastor Christian Wehde

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



„Gemeinsam glauben, fragen, entdecken!“

Vieles geschieht zurzeit digital – auch einige Angebote des Bundes. Die Akademie und Hochschule des BEFG sind auch weiterhin aktiv und auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen..

02.04.2020

Historisches Lexikon des BEFG

Das Nachschlagewerk ist ab sofort für alle Interessierten online zugänglich..

02.04.2020